Ich weiß doch, was mir guttut – warum tue ich es trotzdem nicht?

Du weißt, dass dir eine Pause guttun würde, Bewegung dir hilft und du eigentlich früher ins Bett gehen solltest. Und trotzdem machst du weiter wie bisher. Warum eigentlich?

Vielleicht kennst du diesen Gedanken:

„Eigentlich weiß ich doch, was ich tun müsste.“

Mehr Pausen machen.
Nicht immer erreichbar sein.
Öfter „Nein“ sagen.
Nicht alles selbst erledigen.
Dir Zeit für dich nehmen.

Und trotzdem sitzt du abends erschöpft auf dem Sofa und denkst: „Morgen mache ich es anders.“ Nur um am nächsten Tag wieder genau dort zu landen, wo du gestern aufgehört hast.

Das ist kein Zeichen dafür, dass du zu wenig weißt. Und schon gar nicht dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt. Oft liegt das Problem viel tiefer.

Wissen allein verändert noch kein Verhalten

Wir leben in einer Zeit, in der wir unglaublich viel darüber wissen, was uns gesund hält und Stress reduziert. Wir wissen, dass

Schlaf essentiell ist.
Bewegung uns gut tut.
Atemübungen und Entspannungstechniken sinnvoll sind.
regelmäßige Pausen wichtig sind.
wir nicht immer „Ja“ sagen müssen.

Und trotzdem fällt es uns manchmal schwer, dieses Wissen auf unser eigenes Leben anzuwenden. Warum?

Weil unser Verhalten nicht nur von unserem Wissen bestimmt wird. Es wird auch von unseren Gewohnheiten, Erwartungen, Erfahrungen und inneren Überzeugungen geprägt. Und manchmal von einem Satz, den wir gar nicht mehr bewusst wahrnehmen:

„Erst muss ich mich um alles andere kümmern. Dann bin ich dran.“

Warum stellen wir uns selbst immer wieder hinten an?

Gerade Frauen haben oft gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Für die Familie, den Beruf, die Eltern, die Kinder, andere Menschen.

Und irgendwann fühlt es sich ganz selbstverständlich an, dass die eigenen Bedürfnisse warten können.

„Das geht jetzt gerade nicht.“

„Ich mache das später.“

„Wenn es etwas ruhiger wird.“

„Wenn ich alles erledigt habe.“

Das Problem ist nur: Dieser ruhige Moment kommt meistens nicht von allein. Denn sobald eine Aufgabe erledigt ist, wartet bereits die nächste. Und so kann aus einem vorübergehend vollen Alltag ein dauerhaftes Muster werden.

„Ich muss erst einmal …“

Eine andere Falle ist das Warten auf den richtigen Zeitpunkt.

Wenn dieses Projekt abgeschlossen ist …

Wenn die Kinder größer sind …

Wenn ich im Urlaub bin …

Wenn ich weniger Arbeit habe …

Wenn endlich einmal alles erledigt ist …

Dann nehme ich mir Zeit für mich.

Aber auch hier lohnt sich eine ehrliche Frage: Was, wenn dieser perfekte Zeitpunkt niemals kommt?

Vielleicht müssen wir nicht darauf warten, dass unser Leben ruhiger wird. Möglicherweise dürfen wir lernen, uns auch mitten im normalen Leben wichtig zu nehmen.

Und manchmal warten wir sogar auf einen Warnschuss

Das beschäftigt mich besonders. Manche Menschen verändern erst etwas, wenn der Körper sehr deutlich wird – etwa, wennder Schlaf schlechter wird, die Erschöpfung zunimmt, der Blutdruck Probleme macht oder die Freude am Alltag verschwindet.

Dann wird plötzlich klar: So kann es nicht weitergehen.

Aber warum warten wir eigentlich so lange?

Du musst nicht erst erschöpft sein, um dich wichtig nehmen zu dürfen.

Dein Unwohlsein ist bereits ein Grund, hinzuschauen.

Deine Müdigkeit ist ein Grund, dich ernst zu nehmen.

Dein Wunsch nach mehr Ruhe ist ein Grund.

Du brauchst keinen medizinischen Warnschuss, um deine Bedürfnisse wichtig zu nehmen.

Vielleicht brauchst du nicht noch mehr Selbstfürsorge

Das klingt zunächst widersprüchlich. Aber vielleicht brauchst du nicht noch eine weitere Aufgabe auf deiner To-do-Liste. Nicht noch einen festen Termin für Yoga, eine Meditation oder noch ein Buch über Stress.

Vielleicht brauchst du zunächst etwas anderes: mehr Erlaubnis.

Die Erlaubnis, nicht alles schaffen zu müssen, jemanden zu enttäuschen, einen Termin nicht anzunehmen, etwas nicht perfekt zu machen oder deine Zeit nicht immer produktiv nutzen zu müssen. Und die Erlaubnis, dich selbst genauso wichtig zu nehmen wie die Menschen, für die du jeden Tag da bist.

Eine kleine Übung für dich

Wenn du gerade denkst: „Ich weiß doch eigentlich, was mir guttun würde.“ Dann nimm dir ein paar Minuten und beantworte diese drei Fragen:

1. Was weiß ich längst, dass mir guttut?

Vielleicht ist es Bewegung. Vielleicht Ruhe. Vielleicht Zeit in der Natur. Vielleicht ein Gespräch mit einer Freundin. Vielleicht einfach einmal nichts tun.

2. Was hält mich bisher davon ab, es wirklich zu tun?

Ist es Zeitmangel?
Ein schlechtes Gewissen?
Die Angst, jemanden zu enttäuschen?
Der Anspruch, erst alles andere erledigen zu müssen?

Oder etwas ganz anderes?

3. Was könnte ich aus meinem Alltag herausnehmen, damit etwas Raum für mich entsteht?

Nicht: Was kann ich noch zusätzlich unterbringen?

Sondern:

Was darf weniger werden?

Das ist für mich ein entscheidender Perspektivwechsel.

Selbstfürsorge beginnt manchmal mit einem Nein

Wir denken bei Selbstfürsorge häufig an das, was wir für uns tun.

Eine Massage.
Ein Spaziergang.
Ein Wellnesswochenende.
Ein Abend mit einem guten Buch.

All das kann wunderbar sein. Aber manchmal beginnt Selbstfürsorge viel früher: Mit einem Nein. Mit einem nicht angenommenen Termin, einer Aufgabe, die nicht heute erledigt werden muss, dem Satz: „Das passt für mich gerade nicht.“

Oder ganz einfach: „Heute brauche ich Zeit für mich.“ Denn Zeit für dich entsteht nicht immer dadurch, dass du noch etwas in deinen Tag hineinpackst. Manchmal entsteht sie dadurch, dass du etwas nicht mehr hineinpackst.

Du musst nicht erst zusammenbrechen, um etwas zu verändern

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft, die ich dir heute mitgeben möchte: Du darfst etwas verändern, bevor es nicht mehr geht.

Nimm deine Bedürfnisse ernst, bevor dein Körper dich dazu zwingt. Schau deinen Kalender an und frage dich:

„Spiegelt dieser Kalender eigentlich noch das Leben wider, das ich führen möchte?“

Und du darfst dir die Frage stellen: „Wo komme ich darin eigentlich vor?“

Nicht um von heute auf morgen dein ganzes Leben umzukrempeln, sondern um wieder kleine Entscheidungen zu treffen, die mehr nach dir aussehen.

Denn Selbstfürsorge bedeutet nicht, noch mehr leisten zu müssen. Sie bedeutet manchmal einfach: Mich selbst wieder mit auf die Liste zu setzen. 💛

Ein kleiner Hinweis zum Schluss

Genau aus diesem Gedanken heraus ist mein Mini-Produkt „Meine Zeit gehört mir“ entstanden. Es ist kein weiteres umfangreiches Programm, das du irgendwie in deinen ohnehin vollen Alltag quetschen musst, sondern ein kleiner, praktischer Impuls, um herauszufinden, wo deine Zeit und Energie eigentlich hingehen – und wo du wieder mehr Raum für dich schaffen kannst.

Wenn du schauen möchtest, ob es zu dir passt, findest du hier mehr darüber: Meine Zeit gehört mir – mehr erfahren

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